Hebe- und Zurrzubehör

Hebezubehör umfasst die Handhebezeuge, Anschlagpunkte und Anschlagmittel, mit denen Lasten ohne Stromanschluss gehoben, gezogen, am Träger verfahren und gesichert werden. HERMEQ führt dafür Kettenzüge, Hebelzüge und Drahtseilwinden, Trägerklemmen und Laufkatzen für Stahlträger sowie Kettengehänge der Güteklasse 80. Ratschenlastspanner für Zurrketten und Transportfahrwerke zum Verschieben von Maschinen ergänzen das Sortiment. Eingesetzt wird es in Montage und Instandhaltung, in Werkstätten und Fertigung, im Stahl- und Anlagenbau und beim Verladen von Baumaschinen.

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Kettenzug, Hebelzug oder Drahtseilwinde

Die drei Handhebezeuge im Sortiment unterscheiden sich nach der Aufgabe: Der Kettenzug hebt senkrecht, der Hebelzug zieht und spannt über kurze Wege in jeder Richtung, und die Drahtseilwinde zieht Lasten über längere Strecken.

Kettenzug (Stirnradflaschenzug)

Der Kettenzug, im Handel auch Stirnradflaschenzug oder Handkettenzug genannt, hängt an einer Trägerklemme, einer Laufkatze oder einem festen Anschlagpunkt und hebt die Last über eine Handkette senkrecht an. Er ist die richtige Wahl, wenn eine Last angehoben, in der Höhe gehalten und kontrolliert wieder abgesenkt werden soll, etwa beim Ein- und Ausbau von Motoren, Getrieben und Pumpen oder beim Versetzen von Bauteilen unter einem Hallenträger. Das Sortiment deckt Tragfähigkeiten von 0,5 bis 3 t ab. Für Schrägzug und waagerechtes Ziehen ist der Kettenzug nicht gebaut, diese Arbeit übernimmt der Hebelzug.

Hebelzug (Ratschenzug)

Der Hebelzug, auch Ratschenzug oder Hubzug genannt, wird mit einem Handhebel betätigt und arbeitet senkrecht, waagerecht und schräg. Er wird gewählt, um Lasten über kurze Wege zu ziehen, zu spannen und genau auszurichten, zum Beispiel um Stahlbauteile vor dem Verschrauben in Position zu bringen, Rohrleitungen anzusetzen oder eine Last beim Einheben in die Waage zu bringen. Da keine Handkette nach unten hängt, lässt er sich auch in beengten Bereichen und dicht unter dem Anschlagpunkt einsetzen. Im Sortiment reicht er bis 6 t.

Drahtseilwinde

Die Drahtseilwinde, im Handel auch Seilzug genannt, zieht die Last an einem Drahtseil, und der Zugweg ist durch die Seillänge bestimmt. Damit reicht sie über Strecken, die ein Ketten- oder Hebelzug nicht abdeckt. Sie ist das Gerät für längere Züge in waagerechter oder geneigter Richtung, etwa um Lasten über eine Rampe zu ziehen, Bauteile über eine Strecke nachzuführen oder Masten und Stützen beim Aufrichten zu halten.

Handkettenzug, Hebelzug und Drahtseilwinde nebeneinander auf einer Werkbank
Verstellbare Trägerklemme Viper

Trägerklemmen und Laufkatzen für den Anschlagpunkt

Ein Handhebezeug wird an einem Stahlträger entweder an einem festen Punkt mit einer Trägerklemme aufgehängt oder an einer Laufkatze, die mit der Last am Unterflansch entlangfährt.

Verstellbare Trägerklemme

Die verstellbare Trägerklemme wird auf den Unterflansch eines Doppel-T-Trägers gesetzt und auf dessen Breite eingestellt, ohne dass am Träger gebohrt oder geschweißt werden muss. Sie schafft einen festen Hubpunkt für Arbeiten, bei denen die Last senkrecht gehoben und an derselben Stelle wieder abgesetzt wird, etwa bei der Wartung einer Maschine oder beim Einheben von Bauteilen in der Montage. Da sie sich lösen und an einem anderen Träger wieder ansetzen lässt, eignet sie sich für wechselnde Einsatzorte. Das Standardprogramm reicht von 1 bis 10 t.

Schwerlast-Trägerklemme

Für Lasten oberhalb der Standardklemmen führt das Sortiment die Schwerlast-Trägerklemme, mit der ein fester Anschlagpunkt bis 20 t möglich ist. Sie wird an schweren Trägern eingesetzt, wenn Pressen, Werkzeugmaschinen, große Getriebe oder schwere Stahlbauteile gehoben werden und das gesamte Hebezeug unter ihr für diese Last ausgelegt ist.

Rollfahrwerk zum Schieben

Das Rollfahrwerk, oft auch Schiebefahrwerk oder Laufkatze mit Rollfahrwerk genannt, läuft auf dem Unterflansch und wird verfahren, indem der Bediener die angehängte Last schiebt. Es ist die passende Bauart, wenn die Last von Hand gut erreichbar ist, der Träger nicht hoch liegt und die Last über kurze Strecken versetzt wird, etwa von der Werkbank zur Maschine oder vom Lagerplatz zur Montagestelle.

Haspelfahrwerk mit Getriebe

Bei der Laufkatze mit Haspelfahrwerk zieht der Bediener an einer Haspelkette, und ein Getriebe treibt die Laufrollen an. Diese Bauart ist richtig, wenn die Last zu schwer ist, um sie durch Schieben in Bewegung zu setzen und wieder anzuhalten, wenn der Träger so hoch liegt, dass die Last nicht mehr erreichbar ist, oder wenn die Last genau über einem Fundament, einer Aufnahme oder einer Montageöffnung abgesetzt werden muss. Beide Fahrwerke führt das Sortiment in denselben Tragfähigkeitsstufen von 0,5 bis 5 t. Die Wahl richtet sich deshalb allein nach der Arbeitsweise am Träger.

Kettengehänge Güteklasse 80

Die Kettengehänge Güteklasse 80 sind die Anschlagmittel des Sortiments, im Handel auch Anschlagketten oder Kettenanschlagmittel genannt. Gefertigt aus legierter Stahlkette, verbinden sie den Haken des Hebezeugs mit der Last und werden in der Bauindustrie, in der Fertigung und im Materialumschlag eingesetzt.

Ein- bis vierstrangige Kettengehänge

Ein einstrangiges Gehänge genügt, wenn die Last einen einzelnen Anschlagpunkt hat, der senkrecht über ihrem Schwerpunkt liegt, etwa eine Ringschraube an einem Motor oder eine Öse an einem Behälter. Zwei Stränge werden gebraucht, wenn eine längliche Last an zwei Punkten angeschlagen werden muss, damit sie waagerecht und ohne Pendeln hängt. Drei- und vierstrangige Gehänge sind für Lasten mit mehreren Anschlagpunkten bestimmt, deren Gewicht sich auf eine Fläche verteilt, etwa Maschinenrahmen, Betonfertigteile oder Behälter mit vier Ösen.

Selbstverriegelnder Haken oder Haken mit Sicherungsfalle

Der selbstverriegelnde Haken schließt sich unter Last und lässt sich erst öffnen, wenn er entlastet ist und die Verriegelung von Hand gelöst wird. Er wird gewählt, wenn die Last auch beim Absetzen oder bei kurzzeitig schlaffer Kette nicht aus dem Haken rutschen darf, etwa wenn der Anschläger die Hakenstellung nicht ständig sieht. Der Lasthaken mit Sicherungsfalle lässt sich schneller ein- und aushängen, und die Federfalle hält das Anschlagteil im Haken, solange keine Last anliegt. Er eignet sich für den laufenden Umschlag mit vielen Hüben, bei dem der Anschläger den Haken im Blick hat.

Schwerlast-Kettenschlingen Klasse 80
Lastenspanner mit Standardratsche

Ratschenlastspanner für Zurrketten

Ratschenlastspanner sind Ladungssicherung: Sie spannen Zurrketten, mit denen Baumaschinen, Stahlteile und Material auf einem Lkw, Tieflader oder Anhänger niedergezurrt werden. Zum Heben von Lasten sind sie nicht bestimmt, dafür sind die Kettengehänge da. Gewählt wird der Spanner immer nach dem Durchmesser der Zurrkette, die auf dem Fahrzeug im Einsatz ist.

Standard-Ratschenlastspanner

Der Ratschenlastspanner in Standardausführung deckt mit einer Größe einen Bereich mehrerer Kettendurchmesser ab. Er passt zu Fuhrparks, die Zurrketten unterschiedlicher Stärke einsetzen und nicht für jede Kette einen eigenen Spanner vorhalten wollen.

Ratschenlastspanner Typ EN

Der Lastspanner Typ EN ist jeweils für genau einen Kettendurchmesser ausgelegt. Er ist die Wahl, wenn ein Fahrzeug fest mit Zurrketten einer Größe ausgerüstet ist und Kette und Spanner als zusammengehöriger Satz geführt werden.

Maschinen verschieben mit Transportfahrwerken

Transportfahrwerke, im Handel auch Maschinenrollen, Panzerrollen oder Maschinenskates genannt, werden unter eine Maschine oder eine schwere Anlage gesetzt, damit sie sich über einen ebenen, tragfähigen Boden verschieben lässt. Für schwere Maschinen werden mehrere Fahrwerke als Transportfahrwerk-Set eingesetzt, das im Sortiment bis 48 t reicht. Ein drehbares Transportfahrwerk unter einem Ende der Last übernimmt die Lenkung, wenn die Maschine um Ecken, durch Tore oder an einen engen Aufstellort geführt werden muss.

Angehoben wird die Maschine zuvor mit Hebezeugen oder Maschinenhebern, und zwar gleichmäßig, damit sie eben auf den Fahrwerken aufsitzt. Gezogen wird die Last anschließend mit einem Hebelzug oder einer Drahtseilwinde, die an einem tragfähigen Festpunkt angeschlagen ist. So bewegt sich die Maschine langsam und kontrolliert und lässt sich jederzeit anhalten.

Maschinen-Rollschuh-Set
Viper-Kettenzug

Tragfähigkeit, Hubhöhe und Trägerprofil abstimmen

Ein Hubpunkt trägt nur so viel wie sein schwächstes Bauteil, deshalb werden Anschlagpunkt, Hebezeug und Anschlagmittel gemeinsam ausgewählt.

Tragfähigkeit über alle Bauteile

Trägerklemme oder Laufkatze, Kettenzug oder Hebelzug und Kettengehänge müssen jeweils für die volle Last ausgelegt sein, gerechnet als Gewicht der Last zuzüglich Gehänge, Schäkel und aller weiteren Lastaufnahmemittel unter dem Haken. Das Sortiment führt die Bauteile in abgestimmten Stufen: Zwischen 1 und 3 t gibt es Trägerklemme, Laufkatze und Kettenzug jeweils in derselben Tragfähigkeit. Damit lässt sich ein vollständiger Hubpunkt in einer Klasse zusammenstellen. Liegt das Lastgewicht zwischen zwei Stufen, wird die höhere gewählt.

Hubhöhe und Kettenlänge

Den Kettenzug gibt es mit 3 m oder 6 m Hubhöhe. Die Hubhöhe muss den Weg abdecken, den der Haken zwischen dem Aufnehmen der Last am tiefsten Punkt und ihrer höchsten Stellung zurücklegt. Bei hoch liegenden Trägern wird von der Trägerunterkante bis zum Boden oder Absetzpunkt gemessen und die Bauhöhe von Trägerklemme oder Fahrwerk, Kettenzug und Gehänge abgezogen. Reicht der verbleibende Weg über die kürzere Ausführung hinaus, ist die längere Kette die richtige.

Flanschbreite des Trägers

Trägerklemmen und Laufkatzen werden auf den Unterflansch eingestellt, und jede Größe deckt einen festgelegten Bereich von Flanschbreiten ab. Vor der Bestellung werden deshalb Breite und Dicke des Unterflanschs gemessen, das Profil festgestellt, etwa IPE, HEA oder HEB, und mit dem Einstellbereich auf der Produktseite verglichen. Für Laufkatzen muss der Träger über die ganze Fahrstrecke frei sein und an beiden Enden Endanschläge haben.

Neigungswinkel bei mehrsträngigen Gehängen

Je weiter die Stränge eines Gehänges gespreizt sind, desto größer wird die Zugkraft in jedem Strang und desto geringer die Last, die das Gehänge heben darf. Die Tragfähigkeit eines mehrsträngigen Gehänges gilt deshalb immer für einen bestimmten Neigungswinkelbereich zur Senkrechten, den der Anhänger am Gehänge ausweist. Längere Stränge verkleinern den Winkel, weit auseinanderliegende Anschlagpunkte vergrößern ihn. Bei vier Strängen kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle gleichmäßig tragen, daher wird die Tragfähigkeit so angesetzt, als trügen nur drei.