Erosions- und Sedimentschutz
Das Sortiment an Erosionsschutzmatten und Produkten für den Sedimentschutz bremst Oberflächenabfluss und begrenzt Bodenerosion auf Bau- und Veranstaltungsflächen. Die Produkte halten Boden und Sediment dort fest, wo Erde offen liegt oder Wasserstände wechseln. Die Matten werden an Hängen, in Entwässerungsgräben, an Uferbereichen und auf landschaftlich gestalteten Flächen verlegt. Zur Auswahl stehen Jutenetze, Kokosmatten, vorbesäte Matten mit Saatgut sowie dauerhafte dreidimensionale Matten und Geomatten aus Kunststoff. Verlegt werden sie in der Regel vor der Begrünung, damit Regen und Abfluss Oberboden und Saatgut nicht abtragen, bis die Vegetation die Fläche selbst hält.
Erosionsschutzmatten aus Jute, Kokos und Kunststoff
Welche Matte passt, hängt von Neigung, Wasserbelastung und gewünschter Standzeit ab, und die Typen im Sortiment reichen von der leichten Einsaatfläche bis zur dauerhaft bewehrten Grasnarbe.
Jutenetz für leichte Böschungen und Einsaatflächen
Ein offen gewebtes Jutenetz gegen Bodenerosion aus reiner Geojute schützt flach geneigte Böschungen, frisch eingesäte Flächen und kahle Böden, die Wind, Regen und Abfluss ausgesetzt sind. Das Netz legt sich eng an den Boden an, bricht den Aufprall der Regentropfen und hält Saatgut und Erde an Ort und Stelle, während sich darunter ein feuchtes Mikroklima für die Keimung bildet. Hat sich die Vegetation geschlossen, zersetzt sich die Jute vollständig.
Kokosmatten für steilere Hänge und längere Standzeit
Kokosmatten bestehen aus einer Lage Kokosfaser, die zwischen vernähte Netze eingefasst ist, und sind die Wahl für steilere Hänge, unebene Flächen und Standorte, an denen die Begrünung mehr Zeit braucht. Kokosfaser zersetzt sich wegen ihres hohen Ligningehalts deutlich langsamer als Jute und schützt den Boden entsprechend länger. HERMEQ führt die Kokosmatten in zwei Güteklassen.
Vorbesäte Erosionsschutzmatte mit Saatgut und Dünger
Die vorbesäte Grassamenmatte ist eine biologisch abbaubare Erosionsschutzmatte, in die Saatgut und Dünger gleichmäßig eingearbeitet sind. Sie ist für die Wiederbegrünung von Rasenflächen und steilen Hängen gedacht, auf denen lose ausgebrachtes Saatgut abgeschwemmt würde.
Erosionskontrollmatten der Techmat CB- und CN-Reihe
Die Matten der CB- und CN-Reihe sind Erosionskontrollmatten in Standardrollen für die flächige Abdeckung von Böschungen, Dämmen und offenen Baufeldern. Zur CB-Reihe gehören die Erosionsschutzmatte Techmat CB350 und die Techmat CB3D. Die biologisch abbaubare Netzmatte Techmat CB400J ist die Netzausführung der Reihe und zersetzt sich nach dem Anwachsen der Vegetation. In der CN-Reihe deckt die Erosionskontrollmatte CN400 mäßig beanspruchte Flächen ab, während die dicke Erosionskontrollmatte CN700 für Flächen mit stärkerer Belastung durch Regen und Abfluss gedacht ist.
Dreidimensionale Erosionsschutzmatten und Geomatten
Vier Matten im Sortiment sind synthetisch und für den langfristigen Verbleib in der Fläche gedacht. Die dauerhafte Erosionsschutzmatte Techmat P3500M ist nicht biologisch abbaubar und für Flächen bestimmt, die länger als eine oder zwei Saisons geschützt bleiben müssen. Die dreidimensionale Erosionsschutzmatte und die Techmat P500RFM mit Metallgeflecht verbinden eine räumliche Struktur aus Kunststofffäden mit einem Drahtgeflecht und sind für anspruchsvolle Böschungen gedacht, an denen die Matte über lange Zeit tragen muss. Die Erosionsschutz-Geomatte bildet mit ihren eng verbundenen Strängen eine künstliche Wurzelmatrix, die Bodenteilchen und Humus bindet und die Vegetation dauerhaft stützt.

Biologisch abbaubar oder dauerhaft: temporärer und permanenter Erosionsschutz
Ob eine Matte verrotten darf oder liegen bleibt, entscheidet sich an der Frage, ob die Pflanzendecke die Fläche nach dem Anwachsen allein halten kann. Wo das zutrifft, etwa auf Böschungen mit flächigem Abfluss, auf Rasen- und Pflanzflächen oder an ruhigen Uferabschnitten, sind Jutenetze, Kokosmatten und die vorbesäte Matte richtig. Sie schützen Oberboden und Saatgut in der Anwuchsphase und zersetzen sich, sobald die Wurzeln den Boden halten, sodass nichts ausgebaut oder entsorgt werden muss. Für Flächen, die während der Bauzeit nur vorübergehend offen liegen und später überbaut oder neu profiliert werden, genügt ebenfalls eine abbaubare Matte.
Permanenter Erosionsschutz mit der Techmat P3500M, den dreidimensionalen P500RFM-Matten oder der Erosionsschutz-Geomatte ist dort angebracht, wo die Oberfläche auch nach der Begrünung Strömung, Wellenschlag oder konzentriertem Abfluss ausgesetzt bleibt, etwa an Grabensohlen, in Mulden und im Wasserwechselbereich von Ufern. Das gilt ebenso für steiles Gelände, auf dem eine Grasnarbe ohne Bewehrung keinen dauerhaften Halt findet. Die Wurzeln wachsen durch die Kunststoffstruktur und verankern sich darin, und Matte und Vegetation bilden zusammen eine bewehrte Grasnarbe, die über Jahre in der Fläche bleibt.
Erosionsschutz an Böschungen, Ufern und Gräben
Böschungen und Hänge im Erd- und Verkehrswegebau
Neu geschüttete Dämme und frische Einschnitte an Straßen, Bahnstrecken und Erdbauwerken liegen nach dem Oberbodenauftrag offen, bis die Ansaat aufgeht, und verlieren in dieser Zeit bei Starkregen den meisten Boden. Für lange Böschungen eignen sich Kokosmatten und die Techmat-Reihen, die sich in Bahnen über die gesamte Böschungslänge verlegen lassen. Auf steileren Abschnitten, an denen Oberboden auf der Matte abrutschen würde, halten Kokosfaser-Geozellen für Böschungen die oberste Bodenschicht in einzelnen Zellen, bis die Pflanzen sie durchwurzelt haben.
Uferböschungen und Teichränder
Am Ufer greifen Wellenschlag und wechselnde Wasserstände von unten an, Regen und Abfluss von oben, deshalb wird eine Uferböschung als System aufgebaut. Am Böschungsfuß nehmen Kokosfaserrollen zur Uferstabilisierung die Wellenenergie auf und schützen vor Auswaschung, und mit vorgefertigten Pflanzlöchern lassen sie sich direkt mit Uferpflanzen besetzen. Darüber deckt eine Kokosmatte oder ein Jutenetz die Böschung ab, an steilen Abschnitten ergänzt durch Geozellen. Weitere Produkte für den Uferschutz am Gewässerrand führt HERMEQ in einer eigenen Kategorie.
Entwässerungsgräben und Mulden
In Gräben und Mulden fließt das Wasser gebündelt und schneller als auf der Böschung, und die Sohle wird bei jedem Regen erneut belastet. Hier sind schwerere oder dauerhafte Matten die richtige Wahl, und die Bahnen werden in Fließrichtung verlegt, wobei die oberstromige Bahn schuppenartig über der unterstromigen liegt, damit das Wasser über die Stöße hinweg läuft. Tritt Hangwasser aus der Böschung aus, gehört eine Geokomposit-Drainage unter die Fläche, denn die Matte schützt nur die Oberfläche.

Böschungsneigung, Abfluss und Begrünung bei der Mattenwahl
Böschungsneigung und Wasserführung
Je steiler und länger eine Böschung ist, desto schneller läuft Regenwasser ab und desto mehr Boden trägt es mit. Für flache Böschungen mit flächigem Abfluss genügt in der Regel ein Jutenetz, mit zunehmender Neigung wählen Sie eine Kokosmatte oder eine schwerere Erosionskontrollmatte wie die CN700. Maßgeblich ist dabei der steilste Abschnitt der Fläche.
Vorbesäte Matte oder separate Einsaat
Die vorbesäte Matte spart einen Arbeitsgang, weil Saatgut und Dünger mit der Matte verlegt werden und vor dem Abdecken weder abgeschwemmt noch verweht werden können. Eine Matte ohne Saatgut über einer separaten Einsaat ist die bessere Wahl, wenn das Leistungsverzeichnis eine bestimmte Mischung vorgibt, etwa gebietseigenes Regiosaatgut für Ansaaten in der freien Landschaft, oder wenn die Fläche per Nassansaat begrünt wird. In diesem Fall wird zuerst gesät und unmittelbar danach die Matte verlegt.
Sedimentschutz auf der Baustelle: Schlickzaun, Gullyschutz und Entwässerungssack
Eine Erosionsschutzmatte hält den Boden auf der Fläche fest, die sie bedeckt, doch Wasser, das bereits Schlamm führt, ob als Abfluss von offenen Baufeldern oder als abgepumptes Wasser aus der Baugrube, braucht Sedimentschutz an der Stelle, an der es die Baustelle verlässt.
Sedimentzaun und Sedimentkontrollballen am Baufeldrand
Ein Sedimentzaun wird am unteren Rand des Baufelds quer zur Fließrichtung gestellt und am Fuß eingegraben, sodass Wasser durchläuft und Schwebstoffe zurückbleiben, bevor sie Bäche, Flüsse oder Seen erreichen. In kleineren gestörten Bereichen fangen Sedimentkontrollballen aus Stroh geringe Sedimentmengen auf, und sie müssen sorgfältig verankert und regelmäßig kontrolliert werden. Die Schlammkontroll-Geomembran ist eine gewebte, wasserdurchlässige Bahn für temporäre Sperren bei Erdarbeiten an Flüssen, Bächen und Entwässerungssystemen.
Gullyschutz für Straßenabläufe
Straßenabläufe neben der Baustelle nehmen schlammiges und ölbelastetes Oberflächenwasser auf und leiten es in Kanal oder Gewässer weiter. Ein biologisch abbaubarer Gullyschutz wird direkt in den Abflusstopf eingesetzt und filtert Sediment und Öl heraus, ohne den Abfluss zu blockieren. Das Ultra Drain Schutzgitter für Gullys aus Geotextil sitzt ebenfalls im Abflusstopf und nimmt Sediment, Sand und Kohlenwasserstoffe auf.
Entwässerungssäcke und Filtersocken beim Abpumpen
Wasser, das aus Baugruben, Gräben, Aufzugsschächten oder Fundamenten abgepumpt wird, führt Feinteile, die nicht ungefiltert in Gewässer oder Kanäle gelangen dürfen. Entwässerungssäcke aus Geotextil werden an den Pumpenschlauch angeschlossen und halten das Sediment zurück, während das Wasser durch das Vlies abläuft, und sie sind für Rohrleitungsbau, Versorgungsgräben und größere Aushubarbeiten gedacht. Filtersocken sind die biologisch abbaubare Alternative für kleinere Projekte mit geringerer Belastung und halten neben Sediment auch Ölfilme zurück.
Schlammtaschen für Erosionsrinnen und Kontrolldämme
Schlammtaschen sind biologisch abbaubare Taschenmatten, die durchfließendes Wasser bremsen und das mitgeführte Material absetzen lassen. Sie werden zur Sanierung von Erosionsrinnen, als Kontrolldämme in Gräben und als Schlammfalle oder Schlammzaun ohne Graben eingebaut und lassen sich von Hand an die Einbaustelle tragen.
Schlickvorhänge für Arbeiten im Gewässer
Bei Ramm-, Bagger- und Uferarbeiten, im Steinbruch und im Wasserbau wird Sediment direkt im Wasser aufgewirbelt. Schwimmende Schlickvorhänge, auch Trübungsvorhänge genannt, umschließen den Arbeitsbereich und begrenzen die Ausbreitung der Schwebstoffe in der Wassersäule.

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