Baggermatten & Holzplatten

Baggermatten aus Holz schaffen stabile, temporäre Zufahrten und Arbeitsflächen auf Baustellen, deren Boden weich oder ökologisch empfindlich ist. Die auch als Baggermatratzen oder Holzmatten bezeichneten Hartholzelemente verteilen das Gewicht schwerer Maschinen auf eine größere Fläche, schützen so den Untergrund und halten Fahrwege eben und tragfähig. HERMEQ führt Baggermatten für den Langzeiteinsatz aus Azobé, Tropenholz sowie europäischer Eiche und Buche. Azobé, auch Ekki genannt, hat die höchste Festigkeitsklasse im Sortiment und widersteht Nässe und Witterung auch an exponierten oder abgelegenen Standorten. Mit hoher Tragfähigkeit und natürlicher Dauerhaftigkeit werden die Matten im Infrastruktur-, Tief- und Energiebau eingesetzt.

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Holzarten für Baggermatten: Azobé, Tropenholz und Eiche

Die Holzart bestimmt Festigkeit, Lebensdauer und Preis einer Baggermatte: Azobé und Tropenholz sind für nasse, exponierte oder lang laufende Baustellen gedacht, europäisches Hartholz für trockeneren Boden und kürzere Einsätze.

Azobé-Baggermatten (Ekki, Bongossi)

Azobé, Ekki und Bongossi sind drei Handelsnamen für dasselbe westafrikanische Hartholz, das je nach Region und Händler unterschiedlich bezeichnet wird. Es hat zwei Eigenschaften, die andere Hölzer nicht in diesem Maß mitbringen: einen hohen elektrischen Widerstand und eine hohe Säurebeständigkeit. Azobé-Baggermatten sind deshalb die Wahl für Kranstellflächen, schwerstes Gerät und Baustellen, die über Monate auf nassem Boden laufen, und für die Einsätze im Energie- und Industriebau, die weiter unten beschrieben sind.

Tropenholz-Baggermatten

Die Tropenholz-Baggermatten, im Handel auch Moormatten genannt, bestehen aus dichten Harthölzern aus Westafrika und Südamerika mit hoher Biegefestigkeit. Sie sind für alle Bodenverhältnisse und Standorte geeignet und decken den Großteil der Baustraßen und Zufahrten ab, auf denen Lkw, Bagger und Radlader täglich fahren. Wo der elektrische Widerstand oder die Säurebeständigkeit von Azobé nicht gefragt sind, ist Tropenholz die naheliegende Holzart für langlebige Baustraßen im Freien.

Europäische Hartholz-Baggermatten aus Eiche und Buche

Die Baggermatten aus europäischer Eiche und Buche werden nachhaltig aus europäischen Harthölzern gefertigt und sind die wirtschaftliche Wahl für temporäre Fahr- und Arbeitsflächen. Sie verteilen Achslasten schonend auf den Untergrund und passen zu trockenerem, tragfähigerem Boden, zu kürzeren Projekten und zu leichteren Fahrzeugen, etwa im Garten- und Landschaftsbau oder bei Erschließungsarbeiten.

Gestapelte Baggermatten aus Azobé, Tropenholz und Eiche im Holzlager
Azobé-Holz Baggermatten

Festigkeitsklassen, Stärken und Maße von Baggermatratzen

Festigkeitsklasse und Stärke werden zusammen gewählt: Je schwächer der Boden und je höher die Last, desto höher die Klasse oder desto dicker die Matte.

Festigkeitsklasse nach Holzart

Jede Holzart im Sortiment ist einer Festigkeitsklasse für Laubholz zugeordnet, wobei die Zahl hinter dem D für die Biegefestigkeit des Holzes steht. Azobé (Ekki) erreicht D70, Okan D60, Dabema D50, europäische Eiche und Buche D30. Für schwere Krane, Raupenbagger und Bohrgeräte auf weichem Boden ist D70 die richtige Klasse, weil die Matte unter Last am wenigsten nachgibt. D50 und D60 decken Baustraßen für Lkw und Bagger auf wechselnden Böden ab, D30 leichtere Fahrzeuge und kürzere Einsätze auf trockenem, tragfähigem Untergrund.

Stärke nach Last und Bodenverhältnissen

Das Sortiment reicht von 70 bis 300 mm Stärke. Dünne Matten genügen für leichtere Fahrzeuge auf Boden, der selbst noch einen Teil der Last trägt. Je schwerer die Maschine und je weicher der Boden, desto dicker wird die Matte gewählt, denn eine dickere Matte biegt sich weniger durch und verteilt die Last über eine größere Bodenfläche. Die stärksten Formate sind für Kranstellflächen und schwerstes Gerät bestimmt, und bei Zweifeln an der Tragfähigkeit des Bodens ist eine Stufe dicker oder eine höhere Festigkeitsklasse die sichere Wahl.

Längen, Breite und Sondergrößen

Die Standardlängen liegen zwischen 3 und 6 m bei einer Breite von 1 m. Kurze Matten lassen sich leichter umsetzen und zu schmalen Zufahrten oder kleinen Arbeitsflächen kombinieren, lange Matten ergeben breitere Fahrspuren und verteilen die Last auf mehr Boden. Azobé-Matten und Matten aus europäischem Hartholz sind auch als Sondergrößen erhältlich, wenn eine Trasse oder Stellfläche andere Maße verlangt.

Einsatz von Holz-Baggermatten: Baustraßen, Kranstellflächen und Leitungsbau

Baustraßen und Zufahrten auf weichem Boden

Auf Acker, Wiese, Moor oder durchnässtem Baugrund verteilt eine durchgehende Mattenstrecke das Gewicht der Fahrzeuge und verhindert tiefe Spurrinnen, die nach dem Einsatz aufwendig rekultiviert werden müssten. Für eine dauerhaft befahrbare Baustraße zählen eine Holzart und Stärke, die zur Tragfähigkeit des Bodens passen, sowie dicht gestoßene Matten ohne Lücken. Kreuzt die Trasse einen offenen Graben, sind Fahrbahnplatten das richtige Produkt, denn eine Holzmatte verteilt Last auf tragendem Boden und ist nicht dafür gebaut, frei über eine Öffnung zu spannen. Für Fußverkehr und leichte Fahrzeuge auf Rasenflächen sind Bodenschutzmatten das passende Produkt.

Kranstellflächen und Arbeitsplattformen

Mobilkrane, Raupenkrane, Ramm- und Bohrgeräte brauchen eine ebene, steife Fläche, die sich unter wechselnden Lasten nicht verformt und die Stützkräfte gleichmäßig in den Boden leitet. Hier werden die dickeren Formate in hoher Festigkeitsklasse eingesetzt, häufig in zwei kreuzweise verlegten Lagen. Die Größe der Stellfläche richtet sich nach den Abstützkräften des Geräts und nach der Tragfähigkeit des Bodens, die vor dem Aufbau festgestellt wird.

Leitungsbau, Freileitungen und Windenergie

Im Pipeline- und Kabelbau entstehen lange temporäre Trassen über landwirtschaftliche Flächen, die nach dem Bau wieder bewirtschaftet werden, und Baggermatten begrenzen dort die Verdichtung des Oberbodens. Wegen seines hohen elektrischen Widerstands ist Azobé die Holzart für Arbeiten im Freileitungsbau, in Umspannwerken und an Kabeltrassen. Beim Bau von Windenergieanlagen tragen Mattenstraßen den Zulieferverkehr über unbefestigte Zuwegungen, und Mattenflächen nehmen die Hilfskrane auf.

Industrieflächen und nasse, exponierte Standorte

Azobé ist das säurebeständigste Handelsholz und wird deshalb auf Chemie- und Industriegeländen sowie auf belasteten Böden verlegt, wo Säuren andere Hölzer schneller angreifen. An Küsten, in Häfen, auf freiem Feld und überall dort, wo die Matten über Wochen in Regen und Wind liegen, zählt die Witterungsbeständigkeit von Azobé und Tropenholz.

Tropenholz-Baggermatten
Europäische Hartholz-Baggermatten

Baggermatten verlegen und lagern

Vor dem Verlegen wird die Trasse geprüft: Baumstümpfe, große Steine und tiefe Spuren werden entfernt oder eingeebnet, damit jede Matte vollflächig aufliegt und nicht kippelt. Für Baustraßen werden die Matten in der Regel quer zur Fahrtrichtung und dicht gestoßen verlegt, sodass Räder und Ketten über die ganze Mattenlänge abgestützt sind und sich an den Stößen keine Kanten aufstellen. Das Gerät arbeitet sich von der bereits liegenden Matte aus vor und legt die nächste vor sich ab, ohne den ungeschützten Boden zu befahren. Gehoben werden Baggermatten mit geprüften Ketten oder Hebebändern per Bagger oder Lkw-Ladekran. Nach dem Einsatz werden die Matten gereinigt, auf Schäden geprüft und auf Kanthölzern mit Abstand zum Boden gestapelt, damit Luft zwischen den Lagen zirkuliert und das Holz bis zum nächsten Einsatz trocknet.