Kantenschutz-systeme

Das Kantenschutzsystem von HERMEQ ist ein nach DIN EN 13374 geprüfter temporärer Seitenschutz, den HERMEQ für Baustellen und industrielle Anlagen fertigt. Die Gitter haben das gängige Z-Design und sind mit vergleichbaren Kantenschutzsystemen dieser Bauart austauschbar. Alle Bauteile werden erst verzinkt und anschließend im eigenen Werk pulverbeschichtet, so dass zwei Schichten den Stahl vor Korrosion schützen. Auf Wunsch erhält der Kantenschutz eine individuelle RAL-Farbe und ein Firmenbranding. Für die Montage stehen Befestigungen für Betondecken, Treppen, Stahlträger, Spundwände und Holzschalungen zur Wahl.

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Bauteile des Kantenschutzsystems nach DIN EN 13374

Jeder Lauf besteht aus Kantenschutzgittern und Pfosten, die Erhöhung kommt hinzu, wenn die Kante höher gesichert werden muss, und die Pontonbarriere ersetzt das Gitter auf dem Wasser.

Absturzsicherungsbarriere als Kantenschutzgitter

Das Kantenschutzgitter, im Handel auch Absturzsicherungsbarriere, Kantenschutzbarriere oder Kantenschutzgeländer genannt, ist die eigentliche Schutzwand zwischen den Pfosten. Es besteht aus verzinktem Maschendraht mit horizontalen Drähten in 3-2-2-Anordnung und einem Fußbrett am unteren Rand. Für lange, gerade Deckenränder sind die Gitter mit 2,6 m Länge die wirtschaftlichere Wahl, weil pro Meter Kante weniger Pfosten gesetzt werden müssen. Die Gitter mit 1,3 m Länge schließen Ecken, Restlängen und kurze Abschnitte an Treppenaugen und Aussparungen.

Kantenschutzpfosten für Fundament und Befestigung

Kantenschutzpfosten verbinden die Gitter mit der Befestigung am Bauwerk und tragen den gesamten Lauf. Es gibt sie in zwei Längen: die kürzere für den Seitenschutz in Standardhöhe, die längere für Läufe, die mit der Erhöhung aufgestockt werden. Wenn eine spätere Aufstockung nicht ausgeschlossen ist, sind die langen Pfosten von Anfang an die richtige Wahl, denn ein Wechsel der Pfosten bedeutet, den Lauf abzubauen.

Erhöhung auf 1,7 m für höhere Absturzkanten

Die Erhöhung für das Kantenschutzgitter hebt die Schutzhöhe über die Standardhöhe hinaus auf 1,7 m. Sie ist die Wahl für Kanten, an denen die Gefährdungsbeurteilung mehr als die Standardhöhe verlangt, etwa wo nahe dem Rand auf Böcken oder Podesten gearbeitet wird. Die Erhöhung wird über die Pfosten gesetzt, am Hauptgitter gesichert und mit Schiebern fixiert. Sie lässt sich nur auf den langen Pfosten montieren, mit den kurzen Pfosten ist der Aufbau nicht möglich.

Pontonbarriere für schwimmende Anlagen

Die Pontonbarriere ist für schwimmende Pontonsysteme gebaut und sichert die Kanten von Stegen und Arbeitspontons in Häfen und an Binnengewässern. Sie ist gegen Korrosion pulverbeschichtet und für temporäre wie semipermanente Anlagen ausgelegt. Auf Pontons ist sie dem Standardgitter vorzuziehen, weil sie auf deren Aufbau zugeschnitten ist.

Blaues Kantenschutzgitter mit Fußbrett auf Kantenschutzpfosten am Rand einer Betondecke
Verschraubte Fußbefestigung für die Absturzsicherung

Befestigung auf Beton, Stahlträger, Spundwand und Holzschalung

Welche Befestigung passt, bestimmt der Untergrund an der Absturzkante, während Gitter und Pfosten auf jeder Baustelle dieselben bleiben.

Betondecken und Bodenplatten im Hochbau

Auf Betondecken und Bodenplatten im Stahlbetonskelettbau und im Hochbau ist die verschraubte Fußbefestigung die Standardwahl. Sie wird mit einer Schraube auf dem Beton befestigt und nimmt den Pfosten auf, so dass ein Deckenrand mit wenig Aufwand gesichert ist. Da die Haltekraft vom jeweiligen Beton abhängt, empfiehlt HERMEQ, den Untergrund vorab mit einem unabhängigen Auszugsversuch zu prüfen.

Treppenläufe und Plattenkanten

Für Treppenläufe und die Kanten von Betonplatten ist die Treppenbefestigung gebaut. Sie sitzt versetzt zur Kante, so dass zwischen Gitter und Rand Platz für Arbeiten an der Kante bleibt, etwa zum Abziehen des Betons oder zum Ausbilden von Stufen. Ihre Befestigungspunkte werden in den Beton gebohrt.

Stahlbau mit I-Trägern

Im Stahlbau stehen zwei Befestigungen zur Wahl. Die Stahlzahn-Befestigung für I-Träger klemmt die Gitter an den Träger und wird über Gewindestange und Mutter eingestellt, sie passt also auch an Stahl, der bereits steht. Die Vari-Stahlnetzbefestigung wird an den Steg vorgebohrter Träger geschraubt, wobei die Bohrungen schon in der Werkplanung, etwa in TEKLA, vorgesehen werden. Der Kantenschutz wird dann am Boden montiert und per Kran an seinen Platz gehoben, so dass die Kante gesichert ist, sobald der Träger liegt. Für Montagephasen, in denen sich noch kein Seitenschutz befestigen lässt, führt HERMEQ Sicherheitsfangnetze sowie Sicherheitsgurte und Halteseile.

Verbau, Spundwände und Kanalplatten

In Baugruben und Gräben mit Verbau sichert der Kantenschutz die Oberkante der Verbauwand. Die Spundwandklemme verbindet Gitter und Pfosten mit Kanalplatten. Die Bauklammer für Erdarbeiten wird an Stahlschalungen und Spundwänden angesetzt und hält Pfosten und Gitter mit einem Gewindestift, der sich in den Stahl drückt.

Holzschalung und Schalungsträger

Bei Deckenschalungen aus Holz wird der Seitenschutz an den Schalungsträgern befestigt, solange die Decke eingeschalt ist. Die Holzbalkenbefestigung ist für Holzschalungsträger und Schalungssysteme gemacht, ein eingeschlagener Keil klemmt sie fest, und sie ist für zwei gängige Flanschstärken erhältlich.

Bauteile mit wechselnder Dicke

Wo die Bauteile an der Kante unterschiedlich stark sind oder keine der speziellen Befestigungen passt, ist die verstellbare Klemmbefestigung die flexible Wahl. Sie lässt sich waagerecht wie senkrecht ansetzen, umfasst schlanke Profile ebenso wie massive Bauteile und wird über ein grobes Gewinde schnell angezogen und gelöst. Sie passt auch zu anderen Produkten aus dem Bereich Arbeiten in der Höhe.

Kantenschutz montieren, lagern und abgrenzen

Pfosten und Schieber setzen

Jeder Pfosten wird in sein Fundament oder seine Befestigung geschoben, bis der Druckknopf einrastet, und erst dann ist er belastbar verankert. Anschließend kommt der Schieber auf den Pfosten, das Gitter wird an der Vorderseite angesetzt, und der Schieber fixiert es in seiner Position. Mit dem höhenverstellbaren Kantenschutzschieber lässt sich die Klemmhöhe am Pfosten anpassen. Ein Lauf ist erst geschlossen, wenn an Ecken und Enden keine Lücke bleibt.

Lagerung und Transport im Gestell

Zwischen zwei Einsätzen gehören die Gitter in das Lagergestell für Kantenschutzgitter. Es nimmt bis zu 50 Gitter schräg übereinander auf, so dass Beschichtung und Drähte unbeschädigt bleiben, und ist zugleich die Transporteinheit für den Weg zur nächsten Baustelle. Das Gestell gibt es verzinkt oder in HERMEQ Grau lackiert.

Abgrenzung mit Bodenständern

Bodenständer sind freistehende Füße für Drahtgitter, mit denen sich Wege, Fahrspuren, Stolperstellen oder Gräben als Gefahrenbereich kennzeichnen lassen. Am Boden oder an der Decke verankert und mit Kantenschutzgitter, Pfosten und Schieberhalterungen kombiniert, entsteht eine abgegrenzte Sicherheitszone. Diese Abgrenzung ist keine Absturzsicherung. An einer offenen Kante gehört jeder Pfosten in eine der Befestigungen für den jeweiligen Untergrund.

Höhenverstellbarer Kantenschutzschieber