Wasserrand-Schutz
Der Uferschutz von HERMEQ sichert Gewässerränder gegen Erosion und erhält Lebensräume an Flüssen, Bächen, Seen und den Rändern von Feuchtgebieten. Eingesetzt wird das Sortiment bei Bau- und Infrastrukturprojekten, die in der Nähe ökologisch sensibler Gewässer stattfinden oder eine natürliche Verstärkung des Ufers verlangen. HERMEQ liefert dafür Kokosfaserrollen, Kokospaletten und Kokosfaser-Geozellen aus natürlicher Kokosfaser, ergänzt um Reisigbündel aus Haselnuss, Gabionen-Steinrollen und Kastanienpfähle. Die Produkte werden im Wasser und an Land verbaut: Sie stabilisieren Böschungen, schützen Flussufer vor Auswaschung und halten den Boden, bis sich heimische Vegetation angesiedelt hat.
Kokosrollen, Faschinen und Steinrollen für den Uferschutz
Welcher Baustein passt, hängt von der Zone des Ufers ab, in der er liegt: am Böschungsfuß unter Wasser, an der Wasserlinie oder auf der Böschung darüber.
Kokosfaserrollen (Kokosrollen, Biorollen)
An der Wasserlinie liegen dichte, in ein Netz gefasste Walzen aus reiner Kokosfaser, im Wasserbau auch Kokoswalzen, Kokosfaschinen oder Biorollen genannt. HERMEQ führt sie als Kokosfaserrollen zur Uferstabilisierung. Sie nehmen die Energie von Wellen und Strömung auf und schützen den Uferfuß vor Auswaschung. Gewählt werden sie überall dort, wo sich hinter einer festen Uferkante ein bepflanzter Uferstreifen entwickeln soll.
Kokospaletten und Kokosrasen
Flache Elemente aus Kokosfaser decken Flachwasserzonen, Uferstreifen und Küstenlinien ab, an denen eine ganze Fläche bis zum Durchwurzeln gehalten werden muss. Die Kokospaletten und Kokosrasen werden als Unterlage hinter oder neben den Rollen ausgelegt und bepflanzt, Kokosrasen aus gepresster Faser deckt offene Flächen dazwischen ab. Sie sind die Wahl für breite, flache Ufer und Feuchtgebiete.
Gabionen-Steinrollen
Den dauerhaften Teil des Sortiments bilden die Gabionen-Steinrollen, im Handel auch Rock Rolls oder Steinschläuche genannt. Sie kommen an den Böschungsfuß, wo Strömung und Ausspülung den Untergrund ständig angreifen, und bilden dort die feste Basis, auf der Kokosrollen oder Kokospaletten aufliegen. In die Hohlräume zwischen den Steinen wachsen mit der Zeit die Wurzeln der Uferpflanzen ein.
Reisigbündel und Reisigmatratzen
Gebundenes Reisig ist die klassische Faschine des Wasserbaus, und die Reisigbündel aus Haselnuss werden zusammen mit Pfählen unter Kokosrollen und Kokospaletten verbaut. Sie bringen die Kokosrolle auf die richtige Höhe zur Wasserlinie und geben ihr ein stabiles Auflager, wo der Uferfuß zu tief liegt oder ausgespült ist. Flächig verlegt und mit Pfählen verbunden, werden aus den Bündeln Reisigmatratzen. Das Reisig stammt aus nachhaltigen Quellen und hat eine geringe CO2-Bilanz.
Kokosfaser-Geozellen für Böschungen
Oberhalb der Wasserlinie halten die Kokosfaser-Geozellen für Böschungen den Oberboden am Hang. Aus einem Zaun aus Kokosfaser werden auf der Böschung Zellen gebildet, die den Boden in kleine Felder teilen, damit er bis zur Entwicklung der Vegetation nicht abrutscht oder abgeschwemmt wird. Sie schließen die Ufersicherung nach oben ab, wo Regen und Oberflächenwasser die Böschung angreifen.

Kokos oder Stein: abbaubare und dauerhafte Ufersicherung
Kokosfaser ist richtig, wenn das Ufer nur so lange geschützt werden muss, bis Pflanzenwurzeln den Boden halten, und Stein ist richtig, wo der Angriff auf das Ufer dauerhaft bestehen bleibt. Die Wahl richtet sich nach Strömung, Wellenschlag und Wasserstand am Einbauort.
Kokosrollen, Kokospaletten und Geozellen passen zu Renaturierungen, zu Gewässern mit geringer bis mäßiger Belastung und zu allen Vorhaben, bei denen am Ende nur Vegetation das Ufer sichern soll. Gabionen-Steinrollen gehören an einen exponierten Uferfuß, an Prallhänge und an Stellen, an denen sich Ausspülungen wiederholen. Häufig wird beides kombiniert, mit Stein am Fuß und Kokos darüber.
Bei Bauvorhaben, die vollständig abbaubar sein müssen, etwa Renaturierungen mit entsprechender Auflage, entscheidet das Netz der Kokosrollen. Die Rollen sind mit geknotetem Kokosnetz oder mit Polypropylennetz erhältlich. Nur mit Kokosnetz besteht die gesamte Rolle aus Naturfaser, während ein Polypropylennetz nach dem Abbau der Faser im Ufer verbleibt. Diese Wahl gehört deshalb vor die Bestellung.
Aufbau einer naturnahen Ufersicherung vom Böschungsfuß bis zur Krone
Eine naturnahe Ufersicherung wird in Schichten gebaut, die vom Gewässergrund bis zur Böschungskrone aufeinander aufbauen, und jedes Produkt des Sortiments hat darin seinen Platz.
Am Böschungsfuß bilden Gabionen-Steinrollen die dauerhafte Basis, wo der Untergrund ausgespült ist oder unter ständigem Angriff steht. Darauf, oder an ihrer Stelle bei geringer Belastung, heben Reisigbündel die Kokosrolle auf die geplante Höhe, sodass sie an der mittleren Wasserlinie liegt. Die Kokosfaserrolle bildet die neue Uferkante und nimmt die Bepflanzung für den Wasserwechselbereich auf. Landseitig schließen Kokospaletten und Kokosrasen an und decken den flachen Uferstreifen ab, der hinter der Rolle häufig mit Boden hinterfüllt wird. Auf der Böschung darüber halten Kokosfaser-Geozellen den Oberboden bis zur Krone.
Fixiert wird der gesamte Aufbau mit Kastanienpfählen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Pfähle werden in regelmäßigen Abständen beidseitig der Rollen und durch Bündel und Paletten in den tragfähigen Untergrund geschlagen, damit die Schichten bei Hochwasser nicht aufschwimmen oder verrutschen. Ist unter der Steinrolle eine Filter- oder Trennlage vorgesehen, kommt sie aus dem Bereich Geotextilien.

Ufersicherung an Flüssen, Seen, Kanälen und Feuchtgebieten
Die Art des Gewässers bestimmt, welche Belastung die Ufersicherung aufnehmen muss und welcher Teil des Sortiments sie trägt.
Flüsse und Bäche
In fließenden Gewässern greift die Strömung den Uferfuß an und spült Material aus, am stärksten an Prallhängen und unterhalb von Bauwerken. An diesen Stellen liegen Gabionen-Steinrollen am Fuß und bepflanzte Kokosrollen darüber. An ruhigen Gleitufern und kleinen Bächen genügt in vielen Fällen eine verpfählte Kokosrolle auf Reisigbündeln.
Seen und Kanäle
An stehenden Gewässern kommt der Angriff vom Wellenschlag, an Kanälen auch vom Boots- und Schiffsverkehr, und er trifft das Ufer in einem schmalen Band um die Wasserlinie. Kokosrollen an dieser Linie nehmen die Wellenenergie auf, bevor sie die Böschung erreicht. Kanäle haben oft steile, schmale Böschungen, an denen Reisigbündel die Rolle auf Höhe bringen und Geozellen den Hang darüber sichern.
Feuchtgebiete und Küstenlinien
In Feuchtgebieten und an flachen Küstenlinien sind große Flächen zu sichern, und der Wasserstand steigt und fällt mit den Jahreszeiten oder den Gezeiten. Kokospaletten und Kokosrasen decken diese Flächen ab und geben der Vegetation Halt, während Kokosrollen den Rand zum offenen Wasser fassen.
Bauarbeiten an Gewässern
Bei Bau- und Infrastrukturprojekten neben sensiblen Gewässern, etwa an Brücken, Leitungsquerungen oder Hochwasserschutzanlagen, wird das Ufer nach dem Eingriff wiederhergestellt und oft schon während der Bauzeit gesichert. Die Ufersicherung aus Kokos und Reisig wird dabei häufig Teil der Ausgleichs- oder Renaturierungsmaßnahme, die zum Projekt gehört. Für offene Flächen und den Sedimentrückhalt auf der Baustelle selbst ist der Bereich Erosions- und Sedimentschutz zuständig, die übrigen Produkte für Boden und Untergrund finden sich unter Geotechnik.
Ufersicherung nach Strömung, Wasserstand und Böschung wählen
Wie die Bausteine kombiniert und ausgestattet werden, ergibt sich aus den Bedingungen am Einbauort.
Strömung und Wellenschlag
Die Belastung lässt sich vor Ort an Spuren ablesen: an abgebrochenen Uferkanten, freigespülten Wurzeln, Hohlräumen unter dem Uferfuß und an der Höhe, bis zu der Treibgut und Spülsaum reichen. Zeigt der Fuß Unterspülungen, gehört eine Steinrolle darunter, und liegt der Angriff in einem schmalen Band an der Wasserlinie, nimmt ihn die Kokosrolle auf.
Schwankender Wasserstand
Fällt der Wasserstand im Sommer deutlich, trocknet eine Kokosrolle oberhalb des Wassers aus und mit ihr die Bepflanzung. Für solche Standorte lassen sich die Kokosfaserrollen mit speziellen Zusätzen ausstatten, die die Feuchtigkeit in der Rolle halten. Die Höhe der Rolle wird nach dem mittleren Wasserstand geplant, damit sie weder dauerhaft überstaut noch dauerhaft trocken liegt.
Hang- und Schichtenwasser
Tritt aus der Böschung Hang- oder Schichtenwasser aus, gehört eine Entwässerung zur Planung, etwa mit Flächendrainagen aus dem Bereich Geokomposit-Drainage.
Bepflanzung
Kokosrollen sind optional mit vorgefertigten Pflanzlöchern erhältlich, in die Röhricht- und Randpflanzen wie Seggen, Binsen oder Sumpf-Schwertlilie direkt gesetzt werden. Kokospaletten werden auf der Fläche bepflanzt. Für Pflanzungen in der freien Natur verlangt das Naturschutzrecht gebietseigenes Pflanzgut, dessen Beschaffung deshalb auf den Einbautermin der Rollen und Paletten abgestimmt wird.

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