Baggermatten & Schwerlast-Holzmatten
Baggermatten aus Hartholz verteilen das Gewicht von Baggern, Kranen und Lkw auf weichem oder empfindlichem Boden, sodass die Maschinen nicht einsinken und der Untergrund geschont bleibt. Sie werden für Baustraßen und Zufahrten, für Kranstellflächen und im Leitungsbau verlegt und nach dem Einsatz wieder aufgenommen.
Das Sortiment umfasst drei Holzarten: Azobé, im Handel auch Ekki genannt, für die schwersten Einsätze auf nassem Gelände, dichtes Tropenholz aus Westafrika und Südamerika sowie europäisches Hartholz aus Eiche und Buche. Die Matten sind 70 bis 300 mm stark und in Standardgrößen und Sondermaßen erhältlich.
Holzarten im Vergleich: Azobé, Tropenholz, Eiche und Buche
Grundlage der Auswahl ist die Festigkeitsklasse des Holzes: Eiche und Buche sind als D30 eingestuft, Dabema als D50, Okan als D60 und Azobé als D70, die höchste Klasse im Sortiment.
Azobé-Baggermatten (Ekki, Bongossi)
Die Azobé-Baggermatten aus Ekki-Holz gehören dorthin, wo die schwersten Lasten auf den schwierigsten Boden treffen: unter Raupenkrane und schwere Kettenbagger und auf Trassen, die bei Regen und Wind über Wochen offen liegen. Azobé ist das säurebeständigste Handelsholz und hat einen hohen elektrischen Widerstand. Diese beiden Eigenschaften machen es zur ersten Wahl auf sauren oder belasteten Böden, auf Industriegelände und überall dort, wo die Ausschreibung einen Untergrund mit hohem elektrischem Widerstand verlangt.
Tropenholz-Baggermatten
Die Tropenholz-Baggermatten werden aus dichten Harthölzern aus Westafrika und Südamerika gefertigt, die eine hohe Biegefestigkeit haben und für jeden Untergrund und jeden Standort geeignet sind. In der Einstufung des Sortiments liegen die westafrikanischen Tropenhölzer Dabema mit D50 und Okan mit D60 zwischen Eiche und Buche auf der einen und Azobé auf der anderen Seite. Sie sind die Wahl für Baustellen mit regelmäßigem Verkehr von Baumaschinen und beladenen Lkw, auf denen mehr Festigkeit gefragt ist, als Eiche und Buche mitbringen, die Last aber nicht die höchste Klasse verlangt. Für einen Mattenbestand, der zwischen wechselnden Baustellen umgesetzt wird, ist Tropenholz damit die vielseitigste der drei Holzarten.
Baggermatten aus europäischem Hartholz
Die Baggermatten aus europäischem Hartholz bestehen aus Eiche und Buche aus nachhaltiger Fertigung und sind die wirtschaftliche Wahl für temporäre Fahr- und Arbeitsflächen. Sie verteilen Achslasten auf festerem oder nur leicht aufgeweichtem Boden und halten Flur- und Rasenschäden gering, etwa auf Zufahrten für Lieferverkehr und mittleres Baugerät. Wo Krane abgestützt werden oder eine Trasse dauerhaft nass liegt, ist eine höhere Klasse aus Tropenholz oder Azobé die passende Wahl.

Baggermatten aus Holz oder Kunststoff-Fahrplatten
Baggermatten aus Holz sind die richtige Wahl, sobald schwere Kettenbagger, Krane oder voll beladene Lkw über weichen oder nassen Boden fahren oder dort über längere Zeit stehen. Sie werden mit Bagger oder Ladekran verlegt und sind für Baustraßen und Stellflächen gedacht, die über Wochen oder Monate liegen und täglich von schwerem Gerät befahren werden.
Leichtere Platten passen zu Pkw, Transportern und kleinen Baumaschinen, zu Gehwegen und Zufahrten bei Veranstaltungen, zu Rasenflächen in Gärten, Parks und auf Sportplätzen und zu kurzen Einsätzen, bei denen eine Fläche am selben Tag ausgelegt und wieder geräumt wird. Für diese Arbeiten sind die Überfahrplatten gedacht, die im Markt auch als Kunststoff-Fahrplatten oder Bodenschutzplatten bekannt sind.
Eine Aufgabe übernimmt keine der beiden Plattenarten: einen offenen Graben oder eine Baugrube zu überspannen. Baggermatten verteilen die Last auf tragfähigen Boden und brauchen ihn unter ihrer ganzen Fläche, und über einem Hohlraum fehlt dieses Auflager. Für Leitungsgräben sind Grabenabdeckungen gebaut, für befahrene Überfahrten über Gräben und Aufbrüche Straßenplatten. Beide gehören wie die Überfahrplatten zum Sortiment Bodenschutz und Zugangswege.
Baustraßen, Kranstellflächen und Leitungsbau
Die Holzart folgt aus der Last und der Dauer des Einsatzes, die Stärke aus Maschine und Untergrund.
Baustraßen und Zufahrten
Für eine Baustraße zählen die schwerste Achslast, die über die Matten rollt, und wie oft sie das tut. Gelegentlicher Lieferverkehr und mittleres Gerät kommen mit europäischem Hartholz aus, während eine Zufahrt, über die täglich Muldenkipper, Fahrmischer und Kettenbagger fahren, Tropenholz oder Azobé verlangt. Ausweichstellen und Wendeflächen nehmen die meisten Lenkbewegungen auf und werden in derselben Holzart verlegt wie der am stärksten belastete Abschnitt der Trasse.
Kranstellflächen und Windenergieanlagen
Unter den Abstützungen von Mobilkranen und unter den Ketten von Raupenkranen entstehen die höchsten Lasten, die eine Baggermatte aufnehmen muss. Dort gehören Azobé-Matten in großer Stärke hin, häufig in zwei Lagen, bei denen die obere quer zur unteren liegt, damit sich die Last auf eine größere Bodenfläche verteilt. Beim Bau von Windenergieanlagen treffen beide Aufgaben zusammen: die Kranstellfläche am Turm und die oft lange Zufahrt über Acker oder Wiese, die als Baustraße ausgelegt wird.
Pipeline- und Freileitungsbau
Im Leitungsbau ziehen sich die Trassen über Kilometer durch Moor, Wiesen und Ackerland, und die Matten werden hinter der Kolonne aufgenommen und vorn wieder verlegt. Holz, das so oft umgesetzt wird und lange nass liegt, muss Abrieb, Feuchte und den Boden selbst aushalten, weshalb Azobé auf diesen Trassen die übliche Wahl ist, auf sauren Moorböden ebenso wie an Maststandorten von Freileitungen. Für Arbeitsflächen neben der Trasse, auf denen nur Material abgelegt wird, genügt eine leichtere Holzart.
Lager- und Montageflächen
Auf Lager- und Montageflächen stehen Rohre, Stahlbauteile, Container und Baustoffe über längere Zeit an einer Stelle, ohne dass Fahrzeuge die Matten ständig befahren. Für diese ruhenden Lasten sind Baggermatten aus Eiche und Buche passend, als Ablagefläche im Gelände ebenso wie als Unterlage in Hallen und Produktionsstätten, wo Punktlasten auf einen Boden verteilt werden sollen.

Abmessungen: Stärke, Länge und Mattenbedarf
Stärke und Länge der Matte bestimmen, welche Last sie aufnimmt und wie breit die Fahrbahn wird, und beides sollte vor der Bestellung zur Maschine und zum Gelände passen.
Stärke nach Maschine und Untergrund
Das Sortiment reicht von 70 bis 300 mm Stärke. Dünnere Matten genügen für Transporter, Lkw im Lieferverkehr und leichtes Gerät auf tragfähigem Boden, mittlere Stärken für Bagger und Lkw im üblichen Baustellenbetrieb, und die stärksten Matten gehören unter Krane, schwerstes Kettengerät und auf sehr weichen Boden. Je weicher der Untergrund ist, desto weniger trägt er unter der Matte mit, und desto stärker sollte die Matte für dieselbe Maschine gewählt werden. Auf einer Trasse wird die Stärke in der Regel einheitlich gewählt, damit die Matten Stoß an Stoß auf gleicher Höhe liegen und keine Stufe entsteht, an der Räder und Ketten anschlagen. Wenn Sie zwischen zwei Stärken schwanken, ist auf nassem Gelände die stärkere die sichere Wahl.
Mattenlänge und Fahrbahnbreite
Die Matten sind 3 bis 6 m lang, und quer zur Fahrtrichtung verlegt ergibt die Länge die nutzbare Breite der Fahrbahn. Kurze Matten sind leichter zu heben und passen auf schmale Zufahrten und auf Stellflächen für einzelne Maschinen. Lange Matten ergeben eine Fahrbahn, auf der breites Kettengerät und Lkw mit Abstand zur Kante fahren, und sie verteilen die Last über eine größere Fläche.
Mattenbedarf für eine Baustraße
Alle Matten im Sortiment sind 1 m breit. Quer zur Fahrtrichtung verlegt deckt jede Matte damit einen laufenden Meter Baustraße ab, und die Zahl der Matten entspricht der Streckenlänge in Metern. Hinzu kommen Ausweichstellen, Wendeflächen und Kranstellflächen, wobei Flächen in zwei Lagen doppelt zählen. Wird eine Trasse im Wanderbetrieb verlegt, wie im Leitungsbau üblich, reicht der Abschnitt, der gleichzeitig befahren wird, zuzüglich der Matten, die gerade umgesetzt werden.
Verlegung und Lagerung der Matten
Verlegen und Heben
Vor dem Verlegen wird der Untergrund grob eingeebnet: Wurzelstöcke, große Steine und tiefe Spurrinnen kommen heraus, damit die Matte auf ganzer Fläche aufliegt und nicht hohl liegt oder kippelt. Auf sehr weichem oder moorigem Boden wird häufig ein Geotextil unter die Matten gelegt, damit sie sich nicht in den Untergrund drücken und sich beim Aufnehmen leichter lösen. Die Matten werden quer zur Fahrtrichtung und Stoß an Stoß ohne Lücken verlegt, von festem Boden aus Matte für Matte nach vorn, sodass die Maschine stets auf bereits verlegten Matten steht. An der Ein- und Ausfahrt wird die erste Matte an festen oder befestigten Boden angeschlossen, damit Fahrzeuge nicht über eine offene Kante auf die Trasse fahren. Gehoben werden sie mit Bagger oder Ladekran und zugelassenen Anschlagmitteln wie Ketten oder Hebebändern, und unter der schwebenden Last hält sich niemand auf.
Lagern zwischen den Einsätzen
Nach dem Einsatz werden Erde und grober Schmutz von den Matten entfernt. Gelagert werden sie auf einem ebenen, tragfähigen Platz, auf Kanthölzern mit Abstand zum Boden und mit Stapelhölzern zwischen den Lagen, damit Luft zirkuliert und das Holz abtrocknen kann. Liegen die Stapelhölzer senkrecht übereinander, bleiben die Matten gerade und lassen sich beim nächsten Einsatz wieder plan verlegen. Abgedeckt werden die Stapel nur von oben, damit die Seiten offen bleiben und Feuchte entweichen kann. Vor dem nächsten Einsatz unter schwerem Gerät werden die Matten auf Risse und Abplatzungen an den Stirnseiten geprüft, und für den Transport werden sie ebenfalls mit Zwischenhölzern gestapelt und mit Zurrgurten gegen Verrutschen gesichert.

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