Klärgruben
Eine Klärgrube sammelt auf Grundstücken ohne Kanalanschluss das häusliche Abwasser, trennt die Feststoffe ab und hält den Schlamm bis zur Entleerung zurück. HERMEQ führt Klärgruben aus Kunststoff in flacher, abgerundeter Bauform und in drei Größen, gefertigt aus hochdichtem Polyethylen.
Eingebaut werden sie von Tiefbau- und Sanitärbetrieben an Wohnhäusern ohne Anschluss an die Kanalisation, auf Höfen, an Ferienhäusern und Vereinsheimen im Außenbereich sowie dort, wo eine alte Betongrube ersetzt wird. Die geringe Bauhöhe kommt Baustellen mit hohem Grundwasser oder flach anstehendem Fels entgegen.
Klärgrube aus Kunststoff oder Beton
Für den Neubau wie für den Ersatz einer alten Betongrube ist die Klärgrube aus Kunststoff die leichtere und im Boden beständigere Wahl. Ein Betonbehälter kommt als schweres Fertigteil oder in Ringen auf die Baustelle und braucht zum Versetzen einen Autokran oder einen großen Bagger. Die PE-Klärgrube ist leicht genug, um mit kleinerem Gerät transportiert und in die Baugrube gesetzt zu werden, was auf engen Grundstücken, an Hanglagen und hinter dem Haus, wo kein Kran hinkommt, oft den Ausschlag gibt.
Beton kann über die Jahre im Gasraum über dem Wasserspiegel durch Schwefelwasserstoff und von außen durch saure oder sulfathaltige Böden angegriffen werden, und bei älteren Gruben aus Ringen werden die Fugen mit der Zeit undicht. Polyethylen ist gegen Korrosion durch den umgebenden Boden beständig, und der in einem Stück geformte Körper hat keine Fugen zwischen einzelnen Bauteilen.

Klärgrube oder Kleinkläranlage
Die Klärgrube ist die mechanische Stufe der Abwasserbehandlung: Sie trennt die Feststoffe durch Absetzen ab, baut die gelösten Schmutzstoffe im Wasser aber nicht weiter ab. Schwere Feststoffe sinken als Bodenschlamm ab, Fette und leichte Stoffe sammeln sich als Schwimmschicht an der Oberfläche, und das vorgeklärte Wasser verlässt den Behälter zwischen beiden Schichten über den Ablauf. Eine Kleinkläranlage ergänzt diese Vorklärung um eine biologische Stufe, in der Mikroorganismen das vorgeklärte Abwasser reinigen, zum Beispiel im Belebtschlammverfahren, im SBR-Verfahren, in einem Bodenfilter oder in einer Pflanzenkläranlage.
Welche Reinigung ein Grundstück braucht, legt die untere Wasserbehörde fest, und zwar zusammen mit dem Weg, über den das Wasser das Grundstück verlässt, also Versickerung im Untergrund oder Einleitung in ein Gewässer. Für beide Ablaufwege verlangt die Behörde in der Regel eine biologische Stufe hinter der Vorklärung. Die Klärgrube ist dann die Vorklärung, und die biologische Stufe wird mit ihr kombiniert oder ihr nachgeschaltet, wobei ein Fachplaner die Bemessung übernimmt.
Klären Sie deshalb vor der Bestellung mit der Behörde den Ablaufweg und die geforderte Reinigung, am besten schriftlich im Rahmen der wasserrechtlichen Erlaubnis. Damit steht fest, ob der Auftrag nur den Behälter umfasst oder auch die biologische Stufe und die Leitungen dorthin, und es wird kein System bestellt, das die Genehmigung nicht abdeckt.
Klärgrube einbauen bei hohem Grundwasser und geringer Einbautiefe
Flache Bauform bei hohem Grundwasserstand und Fels
Eine flache Klärgrube ist die richtige Wahl, wenn die Baugrube nicht tief werden darf: bei hohem Grundwasser, bei Fels oder sehr festem Untergrund dicht unter der Oberfläche und bei einem Hausanschluss, der nur knapp unter Gelände liegt. Ein hoher Behälter verlangt bei gleicher Zulaufhöhe eine tiefere Grube, mehr Wasserhaltung und unter Umständen Felsabtrag, während die niedrige Bauhöhe die Sohle der Baugrube höher hält. Steht Grundwasser an, prüft der Planer die Auftriebssicherheit, denn ein leichter Behälter kann im leeren Zustand aufschwimmen, weshalb Verankerung oder Auflast mit eingeplant werden.
Baugrube, Bettung und Verfüllung
Der Behälter steht auf einer ebenen, verdichteten Bettung aus Sand oder Feinkies ohne scharfkantige Steine. Die abgerundete Form lässt sich gleichmäßig einbetten, weil das Verfüllmaterial ohne Ecken um den Körper anliegt, und verfüllt wird lagenweise mit steinfreiem Material, während der Behälter nach der Einbauanleitung parallel mit Wasser gefüllt wird. Verdichtet wird am Behälter von Hand oder mit leichtem Gerät. Wird die Fläche über der Grube befahren, gehört eine lastverteilende Abdeckung in die Planung, und diese Frage ist vor der Bestellung zu klären.
Frostschutz, Deckel und Zufahrt für die Entleerung
Zulaufleitung und Deckel brauchen eine Überdeckung, die zur örtlichen Frosttiefe passt, und wo die flache Einbaulage weniger Erdreich lässt, werden Leitung und Deckel mit Dämmplatten geschützt. Der Deckel liegt auf Geländehöhe, bleibt zugänglich und wird gegen unbefugtes Öffnen gesichert. Das Saugfahrzeug muss so nah heranfahren können, dass der Saugschlauch reicht, weshalb Zufahrt, Wendemöglichkeit und Tragfähigkeit des Weges zur Standortwahl gehören.

Klärgrube: Größe und Einsatzorte
Größe nach Einwohnerwerten
Die Größe richtet sich nach der Zahl der angeschlossenen Einwohnerwerte, wobei ein Einwohnerwert dem Abwasser einer Person entspricht. Wer zwischen zwei Größen liegt oder mit mehr Bewohnern rechnet, wählt die größere, die zugleich mehr Schlamm bis zur nächsten Abfuhr aufnimmt. Volumen, Abmessungen und Anschlüsse der drei Größen stehen auf der Seite der flachen Klärgrube aus Polyethylen.
Wohnhäuser ohne Kanalanschluss
Am Einfamilien- oder Zweifamilienhaus im Außenbereich läuft die Klärgrube ganzjährig unter gleichmäßiger Last. Hier bestimmen die Höhe des vorhandenen Hausanschlusses und die Abstände zu Gebäude, Brunnen und Grundstücksgrenze, die die Genehmigung vorgibt, den Standort.
Höfe, Ferienhäuser und Vereinsheime im Außenbereich
Auf Höfen nimmt die Klärgrube nur das häusliche Abwasser des Wohnhauses auf, während Hof- und Stallabwässer getrennt laufen und Betriebsstoffe wie Altöl oder Reinigungsmittel in Fass- und IBC-Behältern gelagert werden. Ferienhäuser und Vereinsheime wechseln zwischen langen Pausen und voll belegten Wochenenden, deshalb zählt für die Einwohnerwerte die höchste Belegung, einschließlich Gästen, Duschen und Vereinsküche.
Ersatz alter Betongruben
Beim Ersatz wird die alte Grube vom Entsorger vollständig geleert und anschließend abgebrochen oder nach Vorgabe der Behörde verfüllt, und Abbruchbeton und Aushub gehen in einem Container vom Grundstück. Vor der Bestellung werden Tiefe und Lage des vorhandenen Zulaufs gemessen, denn die neue Klärgrube schließt an diese Höhe an, und oft lässt sich die alte Baugrube für den neuen Behälter weiter nutzen.
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