Geokomposit-Drainage
Geokomposit-Drainage wird im Tiefbau, im Hochbau und bei Infrastrukturprojekten eingesetzt, um Sickerwasser abzuleiten und den hydrostatischen Druck auf Bauwerke zu senken. Die Drainagematten, Drainageplatten und Drainagenetze, im Handel auch Dränmatten oder Drainage-Geoverbundstoffe genannt, liegen hinter Stützmauern, unter Straßen, an Fundamenten und im Deponiebau. Dort führen sie Wasser vom Bauwerk weg und halten den Boden stabil. HERMEQ liefert Drainage-Geokomposite mit einem Kern aus HDPE, der unter Erddruck einen offenen Fließweg behält, und einem Geotextilfilter aus Polypropylen, der Bodenteilchen aus dem Kern fernhält.
Geokomposit-Drainage: Drainagematte, Drainageplatte und Drainagenetz
Das Sortiment teilt sich in Flächendrainagen, die als Bahn von der Rolle eine Wand, eine Böschung oder eine ganze Schicht vollflächig entwässern, und in die Streifendrainage, die Wasser entlang einer Linie abfängt.
Geokomposit-Drainagesystem Techdrain
Das Geokomposit-Drainagesystem Techdrain ist eine Drainagematte mit gewölbtem HDPE-Kern und aufkaschiertem Geotextilfilter, die zwischen Bauwerk und Boden einen durchgehenden Hohlraum bildet, in dem das Wasser abläuft. Techdrain ist die Wahl, wenn viel Wasser über eine große Fläche anfällt, etwa hinter Stützmauern, an Kellerwänden oder an Autobahnböschungen, und die Drainageschicht im engen Arbeitsraum dünn bleiben muss. Die Matte gibt es mit einseitigem und mit beidseitigem Filter.
Drainageplatte FIN25 für Streifendrainagen
Die Drainageplatte FIN25 für Streifendrainagen ist eine schmale HDPE-Platte, die rundum in ein Filtervlies aus Polypropylen eingehüllt ist und als Streifen in mehreren Breiten geliefert wird. Sie wird gewählt, wenn Wasser entlang einer Linie abgefangen werden soll, etwa in einem schmalen Schlitz am Fahrbahnrand, am Fuß einer Wand oder am Fuß einer Böschung, wo eine Flächendrainage mehr Material verbauen würde als die Aufgabe verlangt. Weil der Filter die Platte vollständig umschließt, darf der Streifen auf beiden Seiten an Boden liegen. Neben der Entwässerung dient die Platte der Belüftung.
HDPE-Drainagenetz mit beidseitigem Filtervlies
Das HDPE-Drainagenetz hat einen flachen Netzkern, auf den auf beiden Seiten ein Geotextilfilter aus Polypropylen aufgeklebt ist, und kommt mit sehr geringer Aufbauhöhe aus. Es wird dort gewählt, wo die Drainageschicht zwischen zwei Erd- oder Bodenschichten liegt oder große waagerechte Flächen unter einer Überschüttung zu entwässern sind, wie in Deponieabdeckungen. Das Netz ist in mehreren Stärken und Rollenlängen erhältlich, sodass sich große Flächen mit wenigen Stößen belegen lassen.

Geokomposit oder Kiesdrainage
Ein Drainage-Geokomposit ersetzt die Kiesdrainage dort, wo eine dicke Kiesschicht Platz, Transportaufwand oder einen eigenen Filter kosten würde, den die Matte bereits mitbringt. Das betrifft enge Arbeitsräume an Kellerwänden und Stützmauern, in die sich kaum eine Kiesschicht einbringen und verdichten lässt, Aufbauten mit begrenzter Höhe und Baustellen mit schwieriger Zufahrt, an denen eine Rolle von Hand zur Einbaustelle getragen wird, während Kies mit Lkw und Bagger kommen muss. Eine Kiesschicht wird außerdem in ein Filtervlies eingeschlagen, damit Feinteile aus dem Boden die Poren nicht zusetzen, und beim Geokomposit ist dieser Filter Teil des Produkts.
Kies bleibt im Entwurf, wenn die Schicht neben der Entwässerung weitere Aufgaben hat, etwa als tragende Schicht oder Frostschutzschicht im Straßenaufbau, als Auflast oder als Bettung einer Dränleitung. Auch wo geeigneter Kies in der Nähe gewonnen wird, genug Raum für eine dicke Schicht vorhanden ist und die Ausschreibung eine mineralische Drainschicht vorsieht, ist die Kiesdrainage die naheliegende Bauweise. In vielen Aufbauten arbeiten beide zusammen: Die Drainagematte entwässert die Wand oder die Fläche, und das Kiesbett am Fuß nimmt die Dränleitung auf, die das gesammelte Wasser abführt.
Drainagematten im Erd- und Tiefbau
Hinter Stützmauern
Sickerwasser, das sich im Hinterfüllboden einer Stützmauer staut, erhöht den Druck auf die Wand. Eine Drainagematte wie Techdrain wird deshalb vollflächig an die Rückseite der Mauer gestellt, mit dem Filter zur Hinterfüllung, und führt das Wasser nach unten zu einer Dränleitung oder zu Entwässerungsöffnungen am Mauerfuß. Die Lage reicht ohne Unterbrechung bis zum Fuß, damit kein Wasser an der Matte vorbei in die Gründung läuft.
Fundamente und Kellerwände
An Kellerwänden und Fundamenten liegt die Drainagematte außen auf der fertigen Abdichtung und übernimmt die Aufgabe der Sickerschicht im Arbeitsraum. Sie nimmt das Wasser aus der Hinterfüllung auf und gibt es an die Ringdränage ab, sodass an der Wand kein Stauwasser ansteht.
Straßen und Autobahnböschungen
Am Straßenrand fängt die Drainageplatte FIN25 als Streifen im Längsschlitz das Wasser aus dem Unterbau ab und leitet es zur Längsdränleitung, bevor es den Oberbau aufweicht. An Einschnitts- und Autobahnböschungen, an denen Hangwasser austritt, wird Techdrain flächig unter dem Oberboden eingebaut und führt das Wasser zum Böschungsfuß. Die Oberfläche der Böschung sichert ein eigener Erosionsschutz für Böschungen.
Deponien, Tunnel und unterirdische Bauwerke
In der Oberflächenabdichtung einer Deponie liegt die Drainageschicht über der Dichtung und führt Niederschlagswasser, das durch die Rekultivierungsschicht sickert, seitlich zum Randgraben ab. Dafür werden das HDPE-Drainagenetz oder Techdrain eingesetzt, während die Dichtung selbst aus Geomembranen zur Abdichtung besteht. Im Tunnelbau und an unterirdischen Bauwerken wie Tiefgaragen, Schächten und Durchlässen liegt die Drainage zwischen Bauwerk und anstehendem Boden oder Fels und führt Berg- und Sickerwasser zu den Sammlern an der Sohle.

Drainagematte verlegen: Filter, Zuschnitt und Auslass
Eine Geokomposit-Drainage führt Wasser nur bis zu einem Auslass, deshalb stehen der Anschluss am Fuß, die Überlappungsrichtung und die Lage des Filters fest, bevor Rollenbreiten und Längen bestellt werden.
Einseitiger oder beidseitiger Geotextilfilter
Der Filter gehört auf jede Seite, an der Boden anliegt. Liegt die Matte an einer Wand, einer Abdichtung oder einer Geomembran, dringt von dieser Seite kein Boden in den Kern ein, und Techdrain mit einseitigem Filter, zur Hinterfüllung gedreht, ist die richtige Bestellung. Liegt die Drainageschicht in einer Schüttung oder zwischen zwei Bodenschichten, braucht sie Filter auf beiden Seiten, also Techdrain in der beidseitigen Ausführung oder das Drainagenetz, das immer beidseitig kaschiert ist. Eine einseitig kaschierte Matte, die in Boden eingebettet wird, nimmt über die offene Seite Feinkorn in den Kern auf.
Rollenbreite und Zuschnitt planen
An Wänden wird die Matte senkrecht von der Oberkante bis zum Fuß in einem Stück verlegt, sodass die Wandhöhe zuzüglich des Anschlusses an die Dränleitung die Bahnlänge bestimmt und die Rollenbreite die Zahl der Längsstöße. Auf Flächen werden die Rollenlängen so gewählt, dass die Bahnen ohne Querstoß vom Hochpunkt bis zum Sammler reichen. Bei der Streifendrainage richtet sich die Breite des Streifens nach der Tiefe des Schlitzes. Zugeschnitten wird mit Cuttermesser oder Säge, und an jeder Schnittkante wird das Filtervlies über den offenen Kern geschlagen.
Überlappung und Anschluss an die Dränleitung
Die Bahnen werden in Fließrichtung geschuppt verlegt, die obere oder hangseitige Bahn über die untere, damit das Wasser über den Stoß hinweg und nicht in ihn hinein läuft. Am Fuß endet der Kern an einer Dränleitung oder einem Sammler, der mit Gefälle zu einem Kontrollschacht oder zur Vorflut führt, denn ohne diesen Anschluss staut sich das Wasser in der Matte. Das Filtervlies wird um das Mattenende und die Leitung geführt, und ein Kiesbett um die Leitung wird in Geotextilien als Trenn- und Filtervlies eingeschlagen.
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