Deutsche Standards für Arbeiten in der Höhe
Stürze aus großer Höhe sind nach wie vor eines der größten Gesundheits- und Sicherheitsrisiken auf deutschen Baustellen. Trotz des langjährigen Engagements Deutschlands für Arbeitssicherheit machen diese Vorfälle immer noch einen erheblichen Teil der schweren Verletzungen und Todesfälle aus.
Um dem zu begegnen, hat Deutschland einen robusten Rechtsrahmen entwickelt: Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet Arbeitgeber dazu, wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen und kollektive Sicherungen vor persönlichen Schutzausrüstungen zu priorisieren, während die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vorschreibt, dass geeignete Absturzsicherungsvorrichtungen überall dort bereitgestellt werden müssen, wo eine Absturzgefahr besteht.
Parallel zu diesen Vorschriften hat sich der Markt von improvisierten Sicherheitsmaßnahmen hin zu modularen, konstruierten Systemen entwickelt, die von jedem auf der Baustelle installiert und angepasst werden können.
In diesem Blog betrachten wir die wichtigsten Standards für Arbeiten in der Höhe und wie moderne, modulare Absturzsicherungen und Zugangslösungen dabei helfen, die Vorschriften einzuhalten und sicherere Baustellen zu schaffen.
„STOP“-Prinzip
Standards für Arbeiten in der Höhe sollen Arbeitgebern und Arbeitnehmern klare Leitlinien bieten, um Unfälle zu vermeiden und die Rechtskonformität sicherzustellen.
Die Technische Regeln für Arbeitsstätten, ASR A2.1 legen das STOP-Prinzip dar, dieses dient der präzisen Ermittlung, Einrichtung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
STOP steht für:
Substitution
Technische Schutzmaßnahmen
Organisatorische Schutzmaßnahmen
Personenbezogene Schutzmaßnahmen
Laut des STOP-Prinzips wird zunächst geprüft, ob Gefahren durch Substitution vermieden werden können, etwa durch den Einsatz weniger gefährlicher Arbeitsmittel.
Ist das nicht möglich, kommen technische Schutzmaßnahmen zum Einsatz, die Mitarbeitende von der Gefahrenquelle fernhalten oder das Risiko reduzieren, zum Beispiel durch Geländersicherungen.
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, werden organisatorische Lösungen wie klare Arbeitsabläufe, Zugangsbeschränkungen oder Schulungen umgesetzt.
Personenbezogene Schutzmaßnahmen, etwa persönliche Schutzausrüstung, ergänzen diese Schritte und sorgen für zusätzlichen Schutz, wenn andere Maßnahmen nicht vollständig greifen.
Arbeitgeber müssen vor jeder Arbeit in der Höhe eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung durchführen.
Die TRBS 2121 als Teil der Technischen Regeln für Betriebssicherheit ergänzt dies, indem sie Absturzsicherungssysteme bewertet:
Kollektive Sicherungen wie temporäre Absturzsicherungen werden höher bewertet als Auffangnetze oder PSA. Sie legt auch strenge Regeln für die Verwendung von Leitern fest: Leitern sollen nur als Zugänge benutzt und nicht als Arbeitsplätze über 5 m verwendet werden, und Arbeiten auf Leitern sind auf kurze Tätigkeiten und geringere Höhen beschränkt.
Durch die klare Zuständigkeitsverteilung und die Priorisierung effektiver technischer Lösungen helfen diese Standards, die Wahrscheinlichkeit von Stürzen zu verringern und ein sichereres Arbeitsumfeld zu schaffen.
Europäische Standards
Für lange Zeit wurden Arbeiten in der Höhe auf deutschen Baustellen oft mit improvisierten Lösungen wie hölzernen Geländern, angepassten Gerüstkomponenten und Leitern durchgeführt. Die Sicherheit beruhte weitgehend auf Erfahrung und individuellem Urteilsvermögen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Branche jedoch zu formalisierten Standards und konstruierten Systemen entwickelt.
Die europäische Harmonisierung führte zur Einführung produktspezifischer Normen wie BS EN 13374 für temporäre Absturzsicherungen, BS EN ISO 14122 für feste Zugänge zu Maschinen und DIN EN 131 für Leitern.
2025 veröffentlichte das Europäisches Komitee für Normung (CEN) eine überarbeitete BS EN 13374, die höhere Anforderungen an dynamische Belastungen stellte und die Anforderungen an Dokumentation und Prüfung verschärfte. Auftragnehmer in Deutschland müssen zunehmend die Einhaltung der Ausgabe 2025 nachweisen, wenn sie Ausrüstung beschaffen oder sich um Projekte bewerben.
Gleichzeitig hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) über die DGUV Regel 38 und die TRBS 2121 detaillierte Leitlinien herausgegeben, die die Kompetenz entlang der gesamten Lieferkette betonen und jährliche Prüfungen sowie eine ordnungsgemäße Kennzeichnung von Absturzsicherungssystemen vorschreiben.
Diese Entwicklungen markieren einen Wechsel von improvisierten Maßnahmen hin zu konstruierten Lösungen mit klar definierten Leistungsanforderungen, dokumentierter Konformität und Nachverfolgbarkeit.
Modulare Systeme
Anstatt mit provisorischen Holzgeländern zu arbeiten oder sich auf Leitern zu verlassen, setzen moderne Baustellen zunehmend auf modulare Systeme.
Dies bringt die folgenden Vorteile mit sich:
- Modulare Zugangslösungen lassen sich an unterschiedliche Umgebungen und Layouts anpassen und bieten damit eine deutlich höhere Flexibilität als fest installierte Leitern.
- Sie sind für eine einfache Montage und Wartung ausgelegt. Die Systeme können sicher aufgebaut, angepasst oder überprüft werden, ohne dass ein Spezialist vor Ort erforderlich ist.
Konstruktive Absturzsicherungen und modulare Zugangssysteme bieten praktische Vorteile, ohne die Unsicherheiten improvisierter Lösungen.
Das Absturzsicherungssystem von HERMEQ ist beispielsweise so konzipiert, dass es die Anforderungen der BS EN 13374 Klasse A erfüllt und eine modulare Stahlkonstruktion nutzt, die unter unterschiedlichen Baustellenbedingungen eine gleichbleibende Tragfähigkeit gewährleistet. Mit Geländern, Zwischenholmen und Fußleisten bietet es einen durchgehenden Schutz vor Abstürzen und unterstützt einen reibungslosen Baustellenablauf.
Ebenso schaffen modulare Stahltreppen sichere, temporäre Zugänge zwischen Ebenen. Verstellbare Höhen und integrierte Handläufe machen Leitern überflüssig und ermöglichen den Mitarbeitenden einen sicheren, normkonformen Zugang.
Dank des modularen Aufbaus lassen sich diese Systeme einfach montieren und bei Bedarf anpassen. Das spart Zeit und vereinfacht die Dokumentation für Audits. Lösungen wie diese bieten Zuverlässigkeit, Sicherheit und Effizienz, ohne unnötige Komplexität.
Fazit: Sicherere Baustellen durch intelligentere Standards
Die deutschen Vorschriften – ArbSchG, BetrSichV, ASR A2.1 und TRBS 2121 – haben Arbeiten in der Höhe von improvisierten Maßnahmen zu klar geregelten, standardisierten Prozessen gemacht. Da sich die Vorgaben weiterentwickeln, ist es entscheidend, in bewährte Lösungen für Arbeiten in der Höhe zu investieren, um Baustellen sicherer zu machen und die Anforderungen von Kunden sowie Behörden zu erfüllen.
Die modularen Absturzsicherungen und Treppensysteme von HERMEQ sind entsprechend diesen Vorgaben konstruiert, bieten zuverlässigen kollektiven Schutz und unterstützen sowohl die Produktivität als auch die Einhaltung der Regeln.
Durch den Einsatz gut konzipierter, regelkonformer Systeme können Auftragnehmer Risiken verringern, Prüfungen erleichtern und eine starke Sicherheitskultur in ihren Projekten etablieren.
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder eine Beratung zu unseren Lösungen für Arbeiten in der Höhe haben, kontaktieren Sie unser Team:


























































































































